Warum mehrere Bodyboards entscheidend für deine Progression sind (meine Erfahrung als Profi-Rider)

Wenn ich eines in meiner Karriere als professioneller Bodyboarder gelernt habe, dann ist es, dass die Wahl des richtigen Bodyboard-Setups einen enormen Unterschied in deiner Entwicklung machen kann. Es geht nicht nur darum, ins Wasser zu gehen und Wellen zu surfen, sondern darum, dies mit dem richtigen Material für jede Session zu tun.

Eines der wichtigsten Konzepte, das jeder Rider verstehen sollte, ist das Bodyboard-Quiver, also mehrere Boards zu besitzen, um sich an unterschiedliche Bedingungen anzupassen. Für mich ist das kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Und ich empfehle es sowohl Anfängern als auch fortgeschrittenen Ridern.

Heute haben wir dank der Entwicklung von Materialien und Designs Zugang zu einer großen Auswahl an Bodyboards mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Zu verstehen, wie jedes Board funktioniert und wann man es benutzt, kann dir helfen, schneller zu verbessern und jede Session mehr zu genießen.

Die Bedeutung, dein Bodyboard an dein Level anzupassen

Einer der häufigsten Fehler im Wasser ist, dass viele Rider High-Performance-Bodyboards verwenden, die für Profis entwickelt wurden, obwohl ihr Level noch in der Entwicklung ist.

Das ist verständlich: Die meisten Boards im Handel sind von Pro-Modellen inspiriert. Diese Boards sind jedoch meist dünner, schmaler und deutlich technischer. Sie sind für maximale Performance gebaut – verlangen aber auch eine sehr präzise Technik.

Wenn diese technische Basis noch fehlt:

  • verlierst du Stabilität
  • hast du Schwierigkeiten, das Board zu kontrollieren
  • entwickelst du dich langsamer

Deshalb sage ich immer: Wähle dein Bodyboard nach deinem Level, nicht nach deinem Lieblings-Pro-Rider.

  • Anfänger: breitere und dickere Boards für mehr Stabilität
  • Intermediate: erste reaktivere Boards ausprobieren
  • Fortgeschrittene: technische High-Performance-Boards nutzen

Die richtige Wahl bringt dich weiter als ein übertrieben technisches Setup.

Materialien und Dichten bei Bodyboards

Ein weiterer wichtiger Teil jedes Bodyboard-Quivers ist das Core-Material. Ich selbst nutze hauptsächlich Polypropylen (PP), aber nicht jede Dichte verhält sich gleich.

Die Dichte beeinflusst stark das Verhalten des Boards je nach Wassertemperatur und Wellenart.

PP 1.2 (NRG): Flexibilität und Kontrolle

Dieses Material ist flexibler und ideal für kraftvolle, technische Wellen.

Vorteile:

  • mehr Kontrolle
  • bessere Anpassung an die Welle
  • mehr Komfort bei Manövern

Perfekt für kalte Regionen wie Portugal, Irland oder Frankreich.

PP 1.5: mein Allround-Favorit

Wenn ich nur eine Dichte für mein Bodyboard-Quiver wählen müsste, wäre es diese.

Sie bietet:

  • Balance zwischen Flex und Steifigkeit
  • gute Kontrolle
  • gute Geschwindigkeit

Das ist die Variante, die ich am meisten auf den Kanaren benutze.

PP 1.9: Geschwindigkeit und Projection

Wenn ich maximale Geschwindigkeit brauche, wähle ich PP 1.9.

Vorteile:

  • hohe Steifigkeit
  • mehr Projection
  • maximale Geschwindigkeit

Ich nutze sie oft in warmen Destinationen wie Indonesien, Mexiko oder Hawaii oder bei schwachen Wellen.

Mein Bodyboard-Quiver: warum ich immer mehrere Boards dabei habe

Im Alltag habe ich immer 2 bis 3 Bodyboards im Auto.

So kann ich mein Setup anpassen an:

  • Meeresbedingungen
  • Wellentyp
  • Training im jeweiligen Moment

Das ist entscheidend, denn Bedingungen ändern sich ständig und immer dasselbe Board zu nutzen limitiert deine Performance.


Welche Bodyboards ich je nach Bedingungen nutze

Hohle und kraftvolle Wellen

Bei schnellen, kraftvollen und hohlen Wellen wähle ich ein kleineres, reaktiveres Board.

In meinem Fall:

  • ca. 41,25 Zoll
  • schmalerer Wide Point
  • etwas Flex

Das gibt mir:

  • schnellere Reaktionen
  • sauberere Lines
  • mehr Kontrolle in kritischen Sections

Hier nutze ich meist PP 1.5 für die perfekte Balance.

Kleine oder schwache Wellen

Bei schwächeren Bedingungen ändere ich komplett mein Setup.

Ich nutze:

  • etwas größere Boards (41,5” – 42”)
  • steiferes Material (PP 1.9)

Das hilft mir:

  • Geschwindigkeit zu erzeugen
  • Momentum zu halten
  • mehr Projection in Manövern zu bekommen

Ohne das richtige Board können solche Sessions schnell frustrierend werden.

Mehrere Bodyboards beschleunigen deine Progression

Ich möchte das klarstellen: Mehrere Bodyboards sind nicht nur für Profis.

Sie sind einer der schnellsten Wege, um besser zu werden.

Ein gutes Bodyboard-Quiver hilft dir dabei:

  • dich an Bedingungen anzupassen
  • schneller zu lernen
  • dich wohler im Wasser zu fühlen
  • mehr Selbstvertrauen zu entwickeln

Wenn du immer dasselbe Board benutzt, limitierst du dein Lernen auf einen einzigen Reaktionstyp.

Tipps zum Aufbau deines Bodyboard-Quivers

1. Sei ehrlich zu deinem Level

Du brauchst nicht das technischste Board, sondern das, das dich weiterbringt.

2. Denke an deinen Spot

Wähle dein Setup basierend auf deinen lokalen Wellen.

3. Starte mit mindestens zwei Boards

  • ein vielseitiges Board
  • ein Board für spezielle Bedingungen

4. Teste verschiedene Setups

Erfahrung ist entscheidend. Je mehr du ausprobierst, desto besser verstehst du dein Material.


Fazit: Material ist ein Teil deines Surfens

Nach vielen Jahren im Wettkampf und auf Reisen ist für mich klar: Material ist ein entscheidender Teil der Performance.

Deine Bodyboards sind nicht nur Werkzeuge – sie sind eine Verlängerung deines Surfens.

Ein gutes Bodyboard-Quiver ermöglicht dir:

  • dich an jede Bedingung anzupassen
  • mehr aus jeder Session herauszuholen
  • mehr Spaß im Wasser zu haben

Mein Rat ist einfach: Beschränke dich nicht auf ein einziges Board. Probiere, teste und lerne, je nach Tag das richtige Setup zu wählen.

Denn am Ende liegt der Unterschied nicht nur in den Wellen… sondern darin, wie du entscheidest, sie zu surfen.

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Amaury Lavernhe

Amaury Lavernhe ist eine der größten Persönlichkeiten im internationalen Bodyboard-Sport. Als zweifacher Weltmeister tritt er seit über 20 Jahren auf höchstem Niveau im Profi-Zirkus an und überzeugt durch seine Kraft, Technik und sein tiefgehendes Verständnis für Material und Wellen.

Im Laufe seiner Karriere bereiste er einige der besten Surfspots der Welt und sammelte eine einzigartige Erfahrung im Wettkampf sowie in der technischen Analyse von Bodyboard-Equipment.

Darüber hinaus leitet Amaury seine eigene Bodyboard-Akademie, in der er junge Rider mit einer Methodik aus Technik, Sicherheit und nachhaltiger Leistungssteigerung im Wasser ausbildet.

Diese gesamte Erfahrung — als aktiver Profi, Trainer und Vater — stellt er dem Blog von Mundo Surf zur Verfügung und teilt praxisnahe Tipps, technische Kriterien und fundierte Empfehlungen, um Ridern aller Levels zu helfen, das richtige Material zu wählen und sicher Fortschritte zu machen.

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